Wie mahne ich richtig?

Autor: Michael
Titelbild: Letzte Mahnung

Die Mahnung ist für viele Unternehmer und speziell für Neugründer ein Mysterium. Den gesetzlichen Vorgaben ist jedoch bei genauer Betrachtung ganz einfach nachzukommen.

Worum geht’s?

Eine Mahnung, auch Zahlungserinnerung, gilt abseits der Rechnung als gesonderte Aufforderung an den Schuldner, die geforderte Zahlung zu erbringen. Die Anforderungen des Gesetzgebers an eine solche Mahnung unterscheiden sich geringfügig von Staat zu Staat.

Belegerteilungspflicht
 

Bin ich dazu verpflichtet?

Im Allgemeinen lässt sich jedoch festhalten, dass es keine Mahnungsverpflichtung gibt, sofern der Auftraggeber über die Fälligkeit der Zahlung informiert wurde, oder dieser die Zahlung strikt verweigert. Eine Mahnung wird oft missverstanden, auch Unternehmer selbst scheuen oft davor, aus Angst, den Kunden damit zu verlieren. Jedoch ist das Gegenteil der Fall: Es handelt sich dabei um nichts anderes als eine sachliche Erinnerung an den Schuldner, die noch offene Forderung zu begleichen. Ganz neutral betrachtet lässt sich feststellen, dass eine sofortige Übergabe an ein Inkassobüro oder das zuständige Gericht zwar einen stärkeren Eindruck hinterlässt, die persönliche Bindung zum betreuten Kunden jedoch auch deutlich beeinträchtigen kann. Theoretisch ist nämlich in den meisten Fällen die Klage ab dem ersten Tag des Zahlungsverzuges möglich. Empfohlen wird außerdem, die Anzahl von 3 Zahlungserinnerungen pro Forderung nicht zu übersteigen, da ansonsten an der Ernsthaftigkeit der Aufforderung des Gläubigers gezweifelt werden kann.

Mahnspesen und Verzugszinsen

Daher ist es in der Praxis ein gerne gesehener Brauch, den Kunden vorab über die noch fällige Zahlung zu informieren. Da das jedoch nicht ohne Aufwand möglich ist und auch durch den offenen Betrag durchaus bereits ein Schaden entstanden sein könnte, ist es üblich, Mahnspesen und Verzugszinsen zu verrechnen. Der Zeitraum, wann dies geschieht, sowie die Höhe der Spesen und Zinsen richtet sich nach dem Kaufvertrag, also der Vereinbarung zwischen dem Leistungserbringer und dem Leistungsnehmer, sowie den festgelegten Zahlungskonditionen.

Genauere Informationen zur diesem Thema, sowie zur Höhe der Mahnspesen und Verzugszinsen, finden Sie unter anderem hier: Mahnspesen und Verzugszinsen

Form

Eine allgemeine Formvorschrift durch den Gesetzgeber für die Zahlungserinnerung gibt es nicht. Sinnvoll ist es jedoch, diese in schriftlicher Form zwecks Nachweisbarkeit auszustellen. Hierbei gilt zu beachten, dass diese nur dann gegeben ist, wenn die Ausstellung mit einer Empfangsbestätigung einhergeht, wie zum Bespiel beim Versand per eingeschriebenem Brief.

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