Wie kalkuliere ich meinen Deckungsbeitrag und warum ist dieser so wichtig?

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Deckungsbeitrag

Experten sprechen bereits von einer extremen Dichte an Gewerbetreibenden in ganz Europa. Sich selbstständig zu machen und sein eigenes Unternehmen zu gründen ist nun einfacher denn je. Kurz zum Gewerbeamt/Gewerbekammer, Gewerbeschein lösen und schon kann es losgehen. Viele Arbeitsschritte übernehmen mittlerweile größere Onlineanbieter, sodass man kaum noch von seinem Gewerbe abgelenkt ist. Doch wie viel muss man nun erwirtschaften, um nach den Fixkosten wie Büro, Steuerberatung und beispielsweise Lizenzgebühren für verwendete Programme noch in den schwarzen Zahlen zu sein. Bei den meisten Unternehmern ist es ebenfalls wichtig, nicht nur in den schwarzen Zahlen zu sein, sondern den Umsatz soweit anzukurbeln, dass man auch davon leben kann bzw. seine privaten Fixkosten ebenfalls erwirtschaftet, um kostendeckend zu sein.

Deckungsbeitrag
 

Der Deckungsbeitrag, das UM und AUF eines Unternehmers

Spätestens zum Zeitpunkt, an dem man seinen eigenen Businessplan schreibt, wird man davon gehört haben. Der Deckungsbeitrag. Doch wie man sich den DB errechnet und wie wesentlich dieser auch für den Aufbau des ersten Mitarbeiters ist, erfährst du gleich. Hier möchten wir auch einen weitverbreiteten Denkfehler korrigieren. Der Deckungsbeitrag ist nämlich nicht wie gedacht, die Summe, die übrig bleibt, nachdem der Umsatz von den Variablen- und Fixkosten abgezogen wurde. Der Deckungsbeitrag bzw. auch DB genannt ist ausschließlich dafür da, um zu errechnen, wie viel Reinerlös das Produkt am Ende des Tages für die Betriebskasse erwirtschaftet.

Hier ein kleines Beispiel:

Nehmen wir einmal an, du produzierst Tische. Der Verkaufspreis an den Endkunden abzüglich der Materialkosten wie Holz, Leim, Beschläge oder Lacke = der Deckungsbeitrag für das Unternehmen. Also wenn der Tisch 1.000 € kosten soll und 350 € für die Materialien verwendet werden, hat der Tisch einen DB von 650 €.

Im Grunde ganz einfach zu rechnen.

So errechnet man sich das Betriebsergebnis

Noch viel wichtiger als der DB ist das Betriebsergebnis, denn erst durch das Betriebsergebnis lässt sich betriebswirtschaftlich entscheiden, ob und wenn ja, welche Produkte wirtschaftlich sind und welche Produkte nicht wirtschaftlich sind. Um das Betriebsergebnis für ein Produkt errechnen zu können, nimmt man nun den errechneten DB und zieht davon die für den Tisch zugeordneten Fixkosten ab. Also die Kosten vom Mitarbeiter, der Miete, der Anschaffung von Maschinen, Lizenzgebühren für Software, Telefon und sogar Internet. Wirklich alle fixen Kosten werden als Fixkosten kalkuliert. Daraus resultiert eine Summe, die im Idealfall positiv bzw. „Schwarz“ ist.

Warum neue Mitarbeiter meist abhängig vom Deckungsbeitrag sind?

Einen ersten Mitarbeiter einzustellen, ist meist ein genauso großer Schritt, wie den 20. Mitarbeiter einzustellen. Doch solche Entscheidungen sollten auf der Führungsebene nie aus emotionalen Beweggründen heraus getroffen werden. Auch wenn es hart klingt, aber betriebswirtschaftlich gesehen ist es vernünftig, sich folgende Fragen zu stellen. Trägt der neue Mitarbeiter dazu bei, die Deckungsbeiträge zu erhöhen oder das Betriebsergebnis zu verbessern oder mag ich diese Person einfach nur? Genau hier kommt es leider sehr oft zu Fehlentscheidungen, die des Öfteren das betriebswirtschaftliche AUS bedeuten können.

Das Fazit zum Deckungsbeitrag

Egal ob du das eigene Unternehmen oder das eines anderen führst, mach dir die Zahlen zum Freund und baue eine Affinität zu dem Thema Betriebsergebnis auf. Sicherlich zählen nicht immer die Zahlen aber nur wer Herr der Zahlen ist, ist auch Herr der Lage.

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