Was ist die Belegerteilungspflicht und was bedeutet das für Ihre Kunden?

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Belegerteilungspflicht

Erinnern Sie sich noch an die Zeit der Greißlerei? Hätte man damals jemandem die heutige Gesetzeslage erklärt, hätte man diese nicht für wahr gehalten.
Die eine oder andere Wurstsemmel aus der Greißlerei wurde nicht verrechnet und auch im Gasthaus trug das Vergessen des Bonierens des einen oder anderen "Achterl Weins" dazu bei, dass der Wirt unbeschadet ins neue Geschäftsjahr starten konnte.

Durch den Einsatz der gesetzeskonformen Registrierkasse, welche langsam aber sicher von vielen Unternehmern eingesetzt wird, hält man sich an die aktuelle Registrierkassenpflicht. Doch nur der Erwerb einer Registrierkasse bedeutet noch nicht, gesetzteskonform zu sein.

Belegerteilungspflicht
 

Ist der Konsum im Einzelhandelsgeschäft, Lokal, Supermarkt oder der Gaststätte von statten gegangen, ist unbedingt die Belegerteilungsverpflichtung zu beachten. Aber was ist eigentlich eine Belegerteilungsverpflichtung?

Die Belegerteilungspflicht bzw. Belegerteilungsverpflichtung und ihre Sinnhaftigkeit

Wie bekannt, gilt ab dem 01. Jänner 2016 in ganz Österreich die Verpflichtung, dem Kunden, bei einem Barverkauf, einen Kassenbeleg auszuhändigen. Die Belegerteilungsverpflichtung bedeutet, dass der Verkäufer dazu verpflichtet ist dafür zu sorgen, dass der Käufer diesen erstellten Beleg zumindest bis außerhalb des Geschäftslokals mit sich führt.

Die Finanzverwaltung führt auch hier bereits viele Kontrollen durch, um zu prüfen, ob sich die Geschäftslokale an diese Verpflichtung halten. In der Regel gibt es Verwarnungen und Belehrungen, man sollte jedoch nicht zu lange mit dem Feuer spielen, da die Belegerteilungsverpflichtung bereits seit dem 01. Jänner 2016 gültig ist und man von Unwissenheit nicht mehr ausgehen kann. Eine Berechnung bzw. Schätzung der Finanzverwaltung wäre für viele Geschäftsinhaber existenzbedrohend.

Diese Pflicht klingt in der Theorie, vom Grundsatz her, relativ einfach, aber im Tagesgeschäft ist sie manchmal nur sehr schwer umzusetzen. Wie bekommt man den Kunden schließlich dazu, dass er diesen Beleg einerseits annimmt und ihn andrerseits auch mit sich führt?

Der Kundenumgang mit der Belegerteilungsverpflichtung

Grundsätzlich gilt es, den Kunden zu sensibilisieren, denn in der Regel möchte der Kunde dem Geschäft nicht schaden. Ein paar Tipps und Tricks helfen dabei, die Phase der Sensibilisierung zu überbrücken.

Das Restgeld
Man könnte dem Kunden bei der Übergabe des Restgelds auch gleich die Rechnung in die Hand geben. Die Rechnung auf das Kassenpult oder den Tisch zu legen, führt dazu, dass der Beleg in mehr als 2/3 aller Fälle nicht mitgenommen wird. Durch das direkte Aushändigen in die Hand steigt die Chance, dass der Kunde den Beleg von selbst mitnimmt.

Die Tragetasche
In Geschäften, in denen es Tragetaschen gibt, kann man den Kunden nach Kaufabschluss fragen, ob man die Rechnung ins „Sackerl“ geben darf. Sofern die Zustimmungsquote hierbei schlecht ist und die Kunden dies ablehnen, wäre der nächste Schritt, dem Kunden die Rechnung in die Tragetasche zu geben, ohne davor zu fragen.

Die Freibad Situation
Überall, wo Menschen ihr Produkt möglichst schnell erwerben möchten, kann es durch die Registrierkassenpflicht und Belegerteilungsverpflichtung zu Verzögerungen kommen. Hier kann man die Kundenwarteschlange zu seinem Vorteil nützen. Egal, ob Eisgeschäft oder das Freibad Buffet, bringen Sie mindestens einen gut leserlichen Zettel an, auf dem Sie den Kunden darum bitten, den Kundenbeleg mitzunehmen. Argumentieren kann man es mit der Steigerung der Effizienz. Die Mehrzahl der Kunden wird wortlos einwilligen, um nicht noch mehr Stau zu verursachen.

Der Papierkorb
Wenn nichts anderes mehr hilft, hilft nur noch der Papierkorb. Sollte es dazu kommen, dass ein Kunde die Annahme des Beleges verweigert oder es nicht verstehen kann, bitten Sie diesen einfach, den Beleg vor Ihrem Geschäftslokal zu entsorgen. Durch diesen Trick schafft man es, auch die schwierigeren Kunden zu sensibilisieren.

Fazit zur Belegerteilungsverpflichtung

Wir hoffen mit diesem Artikel etwas mehr Klarheit geschafft zu haben und wünschen viel Erfolg und Glück bei den vielleicht ersten Gehversuchen mit dieser Belegerteilungsverpflichtung. Betrachten Sie unsere Tipps bitte nur als nicht verpflichtete Tipps, schließlich wissen Sie selbst am besten, was in Ihrem Geschäft möglich ist und was nur bedingt möglich ist.

Viel Erfolg!

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