Was ist der Gewinnfreibetrag

und wie kann ich davon profitieren?

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Gewinnfreibetrag

Sind Sie Unternehmer und haben Sie schon einmal etwas vom Gewinnfreibetrag gehört? Wenn ja, ist Ihnen dieser Freibetrag sicherlich bewusst und Sie nutzen ihn unter Umständen bereits. Wenn der Gewinnfreibetrag noch nicht von Ihnen genutzt werden sollte, wird Sie sicherlich interessieren, wie man durch den Gewinnfreibetrag steuerlich profitieren kann.

Was genau ist der Gewinnfreibetrag und wie setzt sich dieser zusammen?

Als Unternehmer und im Besonderen als Betrieb hat man betriebliche Ausgaben und Einnahmen, die aus dem Betrieb resultieren. In der Regel sollte hier je nach Alter und strategischem Plan ein Gewinn resultieren, welcher abschließend seitens des Unternehmens zu versteuern ist.

Spannend ist, dass man hier noch den sogenannten Gewinnfreibetrag und dadurch einen steuerlichen Vorteil nutzen kann. Dieser Gewinnfreibetrag ist als Betriebsausgabe zu deklarieren, wodurch man in den Genuss eines steuerlichen Vorteils kommt.

Was ist der Gewinnfreibetrag und wie kann ich profitieren
 

Der Gewinnfreibetrag ist jedoch erst ab einem Gewinn von 30.000 €, nur bei sogenannten begünstigten Wirtschaftsgütern geltend zu machen.
Die Begünstigung durch den Gewinnfreibetrag kann im Jahr der Anschaffung oder der Herstellung dieser Wirtschaftsgüter berücksichtigt werden.

Einschränkungen beim Gewinnfreibetrag

  • Um den Vorteil des selbst kalkulierten Gewinnfreibetrags nutzen zu können, ist ein Gewinn von über 30.000 € erforderlich. Unter 30.000 € Gewinn unterliegt man automatisch dem Vorteil des Grundfreibetrages.
  • Der Gewinnfreibetrag kann nur bis zu einem erwirtschafteten Gewinn von max. 580.000 € genutzt werden. Übersteigt ein Unternehmen diesen Gewinn, bleibt der Gewinnfreibetrag bei 45.350 €.
  • Der Gewinnfreibetrag kann beim Erlös, durch Verkauf eines Unternehmens geltend gemacht werden, da dieser bereits als Veräußerungsgewinn deklariert wird.
  • Wird ein betrieblich abgeschriebenes Investitionsgut innerhalb der abgeschriebenen vier Jahre aus dem Unternehmen entfernt, ist diese Investition nachzuversteuern.

Die Gewinnfreibeträge

  • Ab 30.000 € - 175.000 € = 13 % Gewinnfreibetrag
  • Ab 175.000 € - 350.000 € = 7 % Gewinnfreibetrag
  • 350.000 € - 580.000 € = 4,5 % Gewinnfreibetrag

Wie kann ich als Unternehmer vom Gewinnfreibetrag profitieren?

Bevor man den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag nutzen möchte, sollte man im Detail prüfen, ob die Investitionsgüter den sogenannten begünstigten Wirtschaftsgütern entsprechen. Hier kommen Investitionsgüter mit einer Nutzdauer von mindestens vier Jahren infrage, welche als ungebrauchte Anlagegüter ausschließlich für die betriebliche Nutzung verwendet werden.  Ausgenommen und nicht begünstigt sind Personenkraftwagen (auch Kombi-Fahrzeuge) und gebrauchte Wirtschaftsgüter. Bei Fahrzeugen eines Taxi- oder Fahrschulunternehmens gibt es eine Ausnahme.

Wenn man somit Investitionen plant und in den Genuss eines steuerlichen Vorteiles durch den Gewinnfreibetrag kommen möchte, macht es in der Regel Sinn, bereits vorab das Gespräch mit dem Wirtschaftsprüfer zu suchen, um einen klaren Ablauf zu definieren. Schließlich möchte man natürlich den Aufwand einer steuerlichen Nachzahlung oder einer nicht gewährten Gewinnfreibetragskalkulation möglichst vermeiden.

TIPP

Bei Wertpapieren hat man einen zweifachen Vorteil, da die Anschaffungskosten (investitionsbedingter Freibetrag) und die Veräußerung (betriebliche Entnahme) berücksichtigt werden können.

ACHTUNG: Es gelten ausschließlich Wertpapiere in Form von Wohnbauanleihen, welche dem Unternehmen mindestens vier Jahre gewidmet werden. Dies hat durch den Eintrag in ein Verzeichnis zu erfolgen.

War der Artikel interessant für Sie, so sprechen Sie am besten Ihren Steuerberater zu diesem Thema an. Zusätzlich empfehlen wir auch den Artikel zum Thema Gewinnerzielungsabsicht und Liebhaberei

Voting (1)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›