Der Vorsteuerabzug und dessen Besonderheiten

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Vorsteuerabzug

Steuern werden oft als nervige Aufwände empfunden. Sie sind mal hier zu entrichten, mal dort zu entrichten und sind generell in unserem Staat ein notwendiges Übel mit einem unangenehmen Beigeschmack, sowohl für Konsumenten als auch für Unternehmer. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit von Steuervergünstigungen, Steuerentlastungen oder Steuerausgleichen. Eine sehr bekannte Maßnahme bei Unternehmern ist der Vorsteuerabzug. Doch worum geht es bei diesem Vorsteuerabzug genau? In diesem Blogartikel zum Thema Vorsteuerabzug und dessen Besonderheiten, erfahren Sie sämtliche Details dazu.

Vorsteuerabzug
 

In Österreich ist es grundsätzlich so, dass für gekaufte Produkte oder Dienstleistungen eine Umsatzsteuer entrichtet werden muss. Kaufe ich im Supermarkt ein Produkt, so ist dieses mit einer Umsatzsteuer versehen. Verrichtet der Installateur meines Vertrauens eine Dienstleistung, so ist dies auch zu versteuern. Doch wie verhält es sich im B2B Bereich, wenn ein Unternehmer dem anderen Unternehmer eine Rechnung ausstellt?

Prinzipiell werden Rechnungen auch unter Unternehmern mit einer Umsatzsteuer verrechnet. Bei Unternehmen ist es jedoch so, dass diese von einem Vorsteuerabzug Gebrauch machen können. Konkret in einem Beispiel gesehen, sieht das Ganze so aus: Stellt Unternehmer A eine Rechnung von 500 € netto an Unternehmer B aus, so wird diese Rechnung mit beispielsweise 100 € Umsatzsteuer erstellt. Ein normaler Konsument würde daher eine Rechnung von 600 € bezahlen müssen.

Prinzipiell ist das bei Unternehmen in erster Instanz auch so, wäre da nicht ein großes „ABER“. Der Unternehmer ist nämlich dazu berechtigt, einen Vorsteuerabzug geltend zu machen, wodurch er die gezahlte Umsatzsteuer von 100 € wieder vom Finanzamt rücküberwiesen bekommt.
Diese Möglichkeit ist allerdings nur für Unternehmer möglich, da es in Österreich so geregelt ist, dass nur die Letztverbraucher die Umsatzsteuer entrichten müssen. Bei der Abrechnung haben Sie nicht nur die Möglichkeit, den gezahlten Betrag mittels des Vorsteuerabzuges vom Finanzamt zurückzufordern, sondern können diesen mit der Umsatzsteuer, welche Sie Ihren Kunden verrechnet haben, gegenverrechnen.

Die zu erfüllenden Richtlinien beim Vorsteuerabzug

Selbstverständlich gibt es für den Vorsteuerabzug auch gewisse Richtlinien, welche es zu erfüllen gilt. Eine Lieferung bzw. Dienstleistung gilt immer nur dann als „für ein Unternehmen durchgeführt“, wenn diese zu mindestens 10 % einem Nutzen dient, welcher als „unternehmerisch“ eingeordnet werden kann. Weiters muss eine Eingangsrechnung vorgewiesen werden, welche allen erforderlichen Kriterien des Finanzamtes entsprechen muss.

Rechnungskriterien beim Vorsteuerabzug

Je nach Höhe der Rechnung, sind hierbei verschiedene Kriterien zu erfüllen.

Rechnungen bis 400 € inkl. Umsatzsteuer müssen folgende Kriterien aufweisen:

  • Den Namen des Lieferanten und die Anschrift des Lieferanten
  • Den Lieferzeitraum bzw. das Lieferdatum der Ware/Leistung
  • Die Warenbezeichnung der Ware und die Menge der Ware
  • Den Bruttobetrag der Rechnung
  • Den angegebenen Steuersatz
  • Das Datum der erstellten Rechnung

Rechnungen zwischen 400 € und 10.000 € müssen zusätzlich noch aufweisen:

  • Den Namen des Kunden und die Anschrift des Kunden
  • Den Nettobetrag der Rechnung
  • Die UID-Nummer des Lieferanten
  • Eine fortlaufende Rechnungsnummer

Rechnungen über 10.000 € müssen noch ein weiteres Kriterium aufweisen:

  • Die UID-Nummer des Kunden

Generell gilt also, je höher der Rechnungsbetrag, desto mehr Kriterien sind zu erfüllen.
Auch interessant ist der Artikel zum Thema Prämien steuergünstig auszahlen.

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Kommentare (2)
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KingBill schrieb am 22.06.2017 10:55
Sehr geehrter Herr Markus Petertill. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben vollkommen Recht und wir haben die beiden Daten bereits aktualisiert.

Vielen Dank
Ihr KingBill Team
Markus Petertill schrieb am 21.06.2017 20:31
Der Betrag wurde von €150,00 auf €400,00 erhöht. Es handelt sich um §11 UStG, der 11 Rechnungsmerkmale vorschreibt, also 6+4+1.
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