So war das nicht vereinbart

Kennst du falsch interpretierte Rechnungen?

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Unklare Leistungen bei Rechnungen?

Wer schon mindestens ein Jahr selbstständig ist und mehr als zwei Hände voll Kunden hat, kennt das Thema leider sicher auch. Vielleicht ist dieses Thema sogar als Leistungsempfänger ersichtlich geworden, und nicht als Leistungsträger. Auf einer gelegten Rechnung gewisse Produkte oder Leistungen fehlerhaft zu interpretieren, kann in so mancher nicht stabilen Geschäftsbeziehung wie Dynamit sein. Doch wie kann man die Situation umgehen, erst bei der Rechnung das bittere Erwachen zu erleben? Zu erkennen, welche Leistungen man wirklich bekommt bzw. es zu vermeiden, Leistungen falsch zu interpretieren, kann bei der einen oder anderen Rechnung schwierig sein.

Unklare Leistung bei Rechnungen
 

Unklare Leistungen bei Rechnungen?

Welche Tipps und Strategien gibt es, um unklare Leistungen bei gelegten Rechnungen zu vermeiden. Hier die drei wichtigsten Tipps für den Leistungserbringer.

  • Tipp 1 – Nimm dir die Zeit und arbeite fokussiert
    Erkläre die Leistungen so, dass diese auch jemand versteht, der nicht von Fach ist. Vermeide es bei der Angebots- oder Rechnungslegung in Eile zu sein. Halte dir die Zeit frei, um Rechnungen zu erstellen und achte auf alle Details, welche die Leistung oder das Produkt betreffen. In der Regel werden Rechnungen nur deshalb fehlerhaft interpretiert, weil der Rechnungsaussteller manches, was dem Rechnungsempfänger unter Umständen nicht vertraut ist, als klar und selbstverständlich erachtet.
  • Tipp 2 – Das richtige Beratungsgespräch
    In der Regel lassen sich Fehlinterpretationen von in Rechnung gestellten Leistungen durch ein klares Vorgespräch oder ein sehr detailliertes Angebot vermeiden. Welche Leistungen oder Produkte kann man vorab nicht abschätzen und welche zu verrechnenden Positionen ergeben sich erst nach erbrachter Leistung? Auch bei einer Autoreparatur kann der Mechaniker nicht wissen, was auf ihn zukommt.
    Um den Kunden allerdings nicht mit einer Endabrechnung komplett zu verunsichern, erfolgt hier bei der Bestandsaufnahme ein Telefonat mit dem Kunden, um ihn darüber zu informieren, welche Kosten auf ihn zukommen werden. Eine fachkundige Beratung und Fairness dem Kunden gegenüber ersticken nachträgliche Diskussionen im Keim.
  • Tipp 3 – Unvorhersehbare Umstände
    Für viele Gewerbetreibende ist es selbstverständlich und ein Teil ihrer Routine, erst bei einer positiv verbuchten Anzahlung, in Leistung zu treten. Ein Beispiel. Ein kleiner Malermeisterbetrieb kann nicht via Ferndiagnose auf den Euro genau sagen, was es kosten wird, eine 100 m²-Wohnung auszumalen. Auch wenn sich der Kunde das wünschen würde, ist dies erst bei einer Begehung bzw. Besichtigung möglich. Möchte der Kunde diese Begehung nicht bezahlen, kann der Malerbetrieb auch ohne Besichtigung beauftragt werden. Nischen, Küchen, hohe Altbauräume, Stuckarbeiten, etc. führen jedoch meist dazu, den am Telefon geschätzten Preis deutlich zu erhöhen. Wenn also die Anzahlung in Form einer Rechnung auf 100 m² mit beispielsweise 2.000 € verbucht wurde, die Restzahlung aber noch weitere 700 € beträgt, kann dies fast immer zu Diskussionen führen. Daher der Tipp, entweder Situationen wie diese ganz klar in einem Angebot oder der Anzahlungsrechnung festhalten. Beispielsweise mit einem Vermerk wie, „Verrechnung der Restzahlung nach tatsächlichem Aufwand, abhängig von montierten Schränken, zu berücksichtigenden Stuckarbeiten, etc.“ Lieber vorab auf Nummer sicher gehen, als auf der Restzahlung (umgangssprachlich) sitzen zu bleiben.

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