Steuern sparen

durch die richtige Wahl der Rechtsform

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Steuer sparen

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, welche Rechtsform klug wäre, um nicht nur sicher wirtschaften, sondern auch Steuern sparen zu können? Bleibe ich EPU, ist eine GmbH das Sicherste oder hilft mir die KG etwas?

Die Frage der richtigen Rechtsform beschäftigt nicht nur Gründer, sondern auch langjährige Gewerbetreibende. In der Regel stellt man sich die Frage, welche Rechtsform sicher und klug wäre nur selten. Schon eher fragt man sich, ob die Wahl einer anderen Rechtsform dazu führen kann, Steuern zu sparen.

Die vorhandenen Gesellschaftsformen haben in der Regel alle Vor- und Nachteile, die man kennen und unbedingt beachten sollte, bevor man sich für eine davon entscheidet.

Steuer sparen
 

Mit welcher Rechtsform kann ich Steuern sparen?

Vorweg, von Land zu Land gibt es Unterschiede bei den Rechtsformen, weshalb wir uns in diesem Artikel auf die Rechtsformen des Landes Österreich fokussiert haben. Des Weiteren machen wir darauf aufmerksam, dass wir selbstverständlich keine Tipps für Steuerflucht oder für das Hinterziehen oder Veruntreuen von Steuern geben.

Welche Rechtformen gibt es eigentlich?

  • Ein Ein-Personen-Unternehmen / abgekürzt durch EPU oder auch e.U. (Einzelunternehmung)
  • Eine Kommanditgesellschaft / abgekürzt durch KG
  • Eine Aktiengesellschaft / abgekürzt durch AG
  • Eine offene Gesellschaft / abgekürzt durch OG
  • Eine Gesellschaft mit bürgerlichem Recht / abgekürzt durch GesbR
  • Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung / abgekürzt durch GmbH

Die vermutlich attraktivste aller Rechtsformen ist die GmbH in Kombination mit anderen Rechtsformen. Durch keine andere Rechtsform, außer der zusätzlichen Kombination mit einer Holding-Gesellschaft, lassen sich aktuell mehr legale steuerliche Vorteile nutzen, als durch diese.

10 Tipps, um durch die Rechtsform Steuern zu sparen

  1. Der gemeinsame Nenner aller Steueroptimierungen ist, das Reduzieren des Steuersatzes oder die Umwandlung von Steuerlast in Firmenvermögen. Hier zehn sehr häufig angewandte Tipps von Finanzexperten und Wirtschaftsprüfern beim Wirtschaften mit einer GmbH:
  2. Die betriebliche Altersvorsorge, bei der Firmenkapital neutraler verwendet werden kann und man zusätzlich auch Mitarbeiter binden und motivieren kann.
  3. Vorteile nutzen durch stille Teilhaber und deren auszuschüttende Freibeträge. Nutzt man diese Möglichkeit nicht, sind diese Freibeträge steuerpflichtig.
  4. Mit dem Jahresgehalt unter der unteren Einkommenssteuergrenze bleiben und betriebliche Aufwände, wie Auto, Reise und Bewirtung, optimiert nutzen.
  5. Steuerpflichtige Gewinne durch Rücklagen minimieren.
  6. Zusätzlich zur Stammeinlage eine nicht selbst, sondern von einer Bank finanzierte Kapitalrücklage nutzen. Künftig lässt sich dieser Betrag von Fall zu Fall ohne besteuerter Gewinnausschüttung aus dem Unternehmen entnehmen.
  7. Vermögens- und Gewinnwertoptimierung durch eine Holding.
  8. Gewinnoptimierung durch Nichtausschüttung und Reinvestieren in Sachwerte wie Immobilien.
  9. Ausgaben vor Einnahmen steuern, um die Steuerlast zu optimieren. Beispielsweise durch Zwischenrechnungen oder Vorauszahlungen.
  10. Waren bei Inventur realistisch und niedrig bewerten.
  11. Firmenfahrzeuge privat finanzieren und von der Gesellschaft eine volle oder anteilige Miete verlangen.

Sofern der eine oder andere Tipp in Ihrem Fall zutreffen könnte oder Sie den steuerlichen Vorteil nutzen möchten, besprechen Sie bitte im Detail mit Ihrem Wirtschaftsprüfer, ob dieser in Ihrem Fall anwendbar und empfehlenswert ist.

Das Fazit, um durch eine bewusst gewählte Rechtsform, Steuern zu sparen.

Es gibt bei jeder frei wählbaren Rechtsform Vor- und Nachteile. Ob die Vorteile für einen selbst überwiegen, um eine neue oder andere Gesellschaftsform zu wählen, kann man nur selbst entscheiden. Unser Tipp bei der Wahl, treffen Sie diese nicht nur ausschließlich auf der Basis, Steuern sparen zu können. Lassen Sie sich bitte Zeit und besprechen Sie Ihren Favoriten mit Wirtschaftsprüfern, Experten und bei Bedarf auch Anwälten. Setzen Sie sich selbst eine Zeit, bis wann die Entscheidung getroffen werden sollte. Bei Entscheidungen, bei denen man sich zu lange Zeit lässt, hat man meist bereits die Entscheidung getroffen, keine Entscheidung zu treffen.

Wem die Entscheidung nicht ganz leicht fällt, dem empfehlen wir auch den Rechtsform-Ratgeber der österreichischen Wirtschaftskammer. https://www.kingbill.com/cms/http://rechtsform.wkoratgeber.at

Hat Ihnen dieser Artikel geholfen, dann wird Ihnen dieser Artikel zum Thema „Kontotipps für Selbstständige“ sicher auch gefallen!

Voting (2)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›