Remote Desktop Protokoll - RDP

Autor: Ing. Mario Böhm
Titelbild: Remote Desktop Protokoll - RDP


In der heutigen Welt wo alles ausgelagert bzw "in der Cloud" liegt ist die RDP, trotz ihres fortgeschrittenen Alters, immer noch ein regelmäßig eingesetztes Tool. Hört man es das 1. mal tauchen meist nur Fragezeichen über den Köpfen auf, nach ein paar Anwendungen erfreut man sich jedoch schnell an der Einfachheit der Anwendung.
Remote Desktop Protokoll - RDP
 

Was ist ein Remote Desktop Protokoll - RDP?

Das Remote Desktop Protokoll - RDP ist ein Netzwerkprotokoll von Microsoft zum Darstellen und Steuern des Bildschirminhaltes (Desktop) entfernter Computer. Und weil man sich unter einem "Netzwerkprotokoll" nichts greifbares vorstellen kann sagen wir einfach, dort ist festgelegt wie 2 Geräte miteinander kommunizieren, damit:

  • Bildschirminhalte (Darstellung des Bildschirms)
  • Steuerungsbefehle (Tastatureingabe, Mausklicks,..)

übertragen werden können.

Eine RDP-Verbindung kann von Windows, MAC, IOS, Android & Linux hergestellt werden.

Wann wird ein Remote Desktop Protokoll - RDP genutzt?

Man darf sich jetzt einen riesigen Raum voller Server vorstellen wie man es von Bilder von Rechenzentren kennt. Diese Server stellen gewisse Dienste bereit. Auf dem einen werden z.B. Daten verwaltet, auf einem anderen liegen meine Mails und auf einem weiteren wird eine Homepage betrieben. Wie werden diese denn eigentlich gesteuert, da hängt ja gar kein Monitor dran? Ganz recht... mittels RDP. Der Bediener kann sich von einem beliebigen Ort (so lange die Geräte mittels Netzwerk, z.B. Internet, miteinander verbunden sind) auf den Server aufschalten und damit arbeiten wie als würde er direkt davor sitzen. Dadurch ist man unabhängig von der Lokalität der Geräte.

Was ist der Unterschied zwischen einer RDP und einer Fernwartung?

Eine Fernwartung (z.B. Teamviewer) stellt auch Dienste bereit, dass der Desktop sowie Steuerbefehle weitergegeben werden. Wo ist denn nun genau der Unterschied? Von der Funktionalität ist nun eigentlich gar nicht so viel um. Bei einer Fernwartung ist man nur eher ein 2. Pilot in einem Flugzeug mit 2 Steuerknüppeln wo man eben auch eingreifen und mitwirken kann. Bei einer RDP meldet man sich wirklich mit seinen eigenen Nutzerdaten am Zielgerät an und ist selbst Hauptpilot.

Fernwartungstools werden auf privaten Rechnern oft bevorzugt, weil man einen "Client" installieren oder gar nur ausführen muss und schon kann sich die Person gegenüber verbinden. Die RDP Funktion selbst muss auf dem Server erst als Rolle eingerichtet / ihm beigebracht werden. Wird somit eher dann gemacht, wenn man langfristig diese Verbindung benötigt.

RDP gut und schön, was brauche ich jetzt?

Anwender sind beim ersten Einsatz oft ein wenig verschreckt weil man so viele Eingabefelder hat und alles nicht sehr benutzerfreundlich aussieht. In der Regel, außer man bekommt spezifisch andere Konfigurationeinstellungen, benötigt man nur folgende Dinge:

  • Servername / Serveradresse
  • Benutzername
  • Passwort
Kenne ich diese Daten kann ich die vielen anderen Eingabefelder einmal ignorieren und damit mit einer 90% Wahrscheinlichkeit eine Verbindung herstellen (wenn die Gegenseite diesen Dienst eben unterstützt).

 

Starten, einrichten, verbinden

Da die RDP jetzt nicht für den 0815 Anwender konzipiert ist, muss man schon wissen wo man diese findet Wenn Sie einen Windows Rechner besitzen können Sie sicher sein, auch wenn Sie sie noch nie gesehen haben, dass Sie diesen RDP-Client besitzen.

3 Möglichkeiten:

1) Direktsuche im Windows - Startmenü

2) Ausführen
3) Im Explorer öffnen
Was ist in dem Programm nun enthalten?

Optisch verhorgehoben sieht man schon 2 der 3 wichtigsten Einstellungen. 

1) Computer

Dies kann je nach Client ein wenig anders heißen. Mal heißt es "Computer", mal "Server," mal "Adresse", .... . Wie auch immer wird es höchstwahrscheinlich die Zieladresse sein. Was kommt da nun rein? Je nachdem kann man Zahlen (IP) oder Text eingeben.

DNS - hää?

Jedes Gerät im Netzwerk besitzt eine IP-Adresse. Diese könnte so aussehen: 172.217.18.110 - da man sich aber als Mensch Zahlen schwieriger merken kann als Wörter gibt es Domains. Diese sind leicht merkbare Namen für Adresse im Internet. Dazu passend gibt es einen DNS = DomainNameServer. Diesen kann man als Telefonbuch sehen. Man fragt ihn z.B. "wie lautet die IP von "google.com" und er antwortet "172.217.18.110". Somit wird meine Domain (Bsp google.com) in eine IP-Adresse umgewandelt.

Heißt: Wenn der Server eine Domain zugewiesen hat, kann man diese bei der Zieladresse eintragen - hat er keine, so trägt man direkt die IP-Adresse ein.

2) Benutzername

Dies ist simple der Benutzername am Gerät. Man hat diesen selbst vergeben oder bekommt ihn vom Administrator zugewiesen. Manchmal muss dahinter noch z.B. ein "@[Domäne]" angehängt werden. Dies hat ein paar technische Hintergründe über Login via DomainController, was nun den Rahmen sprengen würde. In unserem Online System bekommen Sie Benutzernamen wie "tester@kingbill" zugewiesen - diesen 1:1 so eintragen -> läuft.

3) Passwort

Hier gilt das selbe wie für den Benutzernamen. Wenn Sie das System selbst konfiguriert haben werden Sie dieses hoffentlich kennen. Wenn ein Administrator oder ein automatisiertes Programm Ihnen den Zugang angelegt hat, so erhalten Sie Ihr Kennwort von dem jenigen / per Mail / ...

In manchen Programmen kann man das Kennwort direkt eingeben, bei manchen wird dies erst beim Anmeldevorang abgefragt.

Weitere Konfigurationen

Verschiedene Syteme benötigen noch speziellere Konfigurationen. Hier sollten Sie dann aber separate Anleitungen erhalten was einzutragen ist. Ansonsten gibt es noch Einstellungen wie "Auflösung, Farben,.." welche aber keine funktionelle Nötigkeit besitzen.

Oft verwendet wird noch die Weiterleitung der lokalen Drucker sowie Laufwerke, damit ein Datenaustausch erfolgen bzw Druckaufträge übermittelt werden können.

Achtung: Am KBO funktioniert das Drucken nicht über die Druckerweiterleitung - eine Anleitung für unser System finden Sie hier.

Andere RDPs und deren Abwandlungen

Da das RDP eine sehr wichtige Funktionalität bereitstellt ist dieses in viele Programm eingebettet bzw setzen diese oft einen gewissen Overlay darüber - genau so unser KBO-App, welches sich immer direkt an unseren Server verbindet. Meist sind Funktionen wie "Passwortmanagement, Benutzerverwaltung, Gruppeneinstellungen,..." enthalten. Eine einfache RDP ist immer kostenfrei, Zusatzfunktionen die über die einfache Verbindungsherstellung hinaus gehen lassen sich viele Firmen dann doch zahlen.

Wo kriege ich meinen Client her?

Windows:  Entweder die oben beschriebene Windows-RDP nutzen oder, wenn gewünscht, größere Tools mit mehr Funktionen wie z.B. RoyalTS kostenpflichtig erwerben.

MAC/IOS: Remote Desktop App

Android:    Google Play Store

Linuxuser:  können selber googeln ;)

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