Registrierkassen für Vereine?

Autor: Ing. Alexander Kollin
Titelbild: Registrierkassen für Vereine

Bereits seit dem 01. Jänner 2016 ist die Registrierkassenpflicht in aller Munde. Zumindest bei der Mehrzahl vieler Unternehmer. Für den einen oder anderen Wiener Gastwirt leider sogar Grund der Schließung. Nicht überall findet diese neue Regelung den Anklang, den diese Regelung aus Sicht des BMF haben sollte. Aber wie ist es beispielsweise bei einer Pfarre oder dem klassischen Feuerwehrfest? Wie kann sich das ein Verein wie dieser leisten für die kleinen und überschaubaren Festivitäten extra eine Registrierkasse anzuschaffen?

Doch ist man als Verein ausgenommen oder ist man ebenfalls verpflichtet eine Registrierkasse anzuschaffen? In diesem Artikel möchten wir Aufschluss über das Thema geben und zeigen worauf man als österreichischer Verein achten sollte und welche Wege es geben kann. Auch die Grauzonen und Vereinbarungen des BMF sollte man gut kennen.

Registrierkasse für Vereine
 

Brauche ich als Verein eine Registrierkasse?

Egal ob Sportverein, Kunstverein oder Tierheim Verein, Vereine die dem BMF (Bundesministerium für Finanzen) laut Paragraph §45 / Index 32/01 entsprechen sind von der Registrierkassenpflicht ausgenommen.

Die Abgabepflicht für den Betrieb entfällt, wenn dieser zugunsten eines guten Zweckes einen Hilfsbetrieb darstellt. Dies ist der Fall, wenn alle der drei genannten Punkte zutreffen:

  1. Der Betrieb muss von seiner Struktur auf das einhalten gemeinsamer mildtätigen oder kirchlichen Zwecke ausgerichtet sein.
  2. Die Zwecke dieses Betriebs / Vereins dürfen nicht anderwärtig als durch den Hauptbetrieb / Hauptverein erreichbar sein.
  3. Der Betrieb oder auch Verein darf nicht in den Wettbewerb treten. Ausgenommen es ist unvermeidbar.

Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, wenn ein Verein Umsätze von unentbehrlichen Hilfsbetrieben begünstigter Körperschaften wie eben einem Verein oder auch einer Religionsgemeinschaft (welcher auch als Verein bzw. kirchlicher Zweck zugeschrieben ist) erzielt ist dieser ausgenommen von der Registrierkassenpflicht, Einzelaufzeichnungspflicht und Belegerteilungspflicht.

Dies trifft zu, sobald die Umsätze unmittelbar der Erreichung des begünstigten Zweckes dient und dieser nicht auf andere Weise erreicht werden kann.

Wann unterliegt ein Verein der Registrierkassenpflicht?

Natürlich gibt es auch bei Vereinen Grauzonen die nicht überschritten werden dürfen und sollten. Das wäre beispielsweise der Barumsatz auf Veranstaltungen einer Körperschaft. Diese Veranstaltungen dürfen nicht länger als 48 Stunden pro Kalenderjahr dauern. Ist das der Fall unterliegt man der Belegerteilungspflicht. Ebenfalls darf der Auftritt von Musikanten oder Künstlern die zur Unterhaltung gebucht werden, nicht mehr als € 1.000,- pro Stunde bezahlt werden. Übersteigt man diese Unterhaltungsdarbietung fällt man auch hier aus der Regelung für Vereine raus.

Diese Vereinbarung liegt vor allem vor, wenn der Betrieb, Verein oder kirchlicher Zusammenschluss die erzielten Überschüsse zur Förderung des begünstigten Zwecks dient.

Das heißt noch vereinfachter ausgedrückt auf Pfarrfesten der Kirche oder Feuerwehrfesten ist keine Registrierkasse notwendig, da der Erlös der Pfarre zu Gunsten der Kirche ist und der Erlös der Feuerwehr zu Gunsten der Feuerwehr und dessen Ausrüstung ist.

Spielen Sie mit dem Gedanken, sich eine Registrierkasse zuzulegen, wissen aber nicht ob Sie in ihrer gewerblichen Form in die Verpflichtung der Registrierkasse fallen?

Unter diesem Link finden Sie viele Fragen und Informationen zum Thema Registrierkassenpflicht und deren Rahmenbedingungen.

Falls unterm Strich noch Fragen offen sind oder unter den beiden Webseiten keine gewünschten Informationen ersichtlich sind, kann man auch direkt beim BMF anrufen unter der Wiener Telefonnummer 050233799.

Voting (7)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sebastian schrieb am 24.01.2016 15:52
Guter Artikel. Danke
Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›