Mahngebühren und Verzugszinsen bei Rechnungen - Der richtige Umgang

Autor: Georg Rossek
Titelbild: 7 Punkte Mahngebühr bei Rechnungen

Wie hoch dürfen die Mahngebühren einer Rechnung eigentlich sein? Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel alles, was Sie darüber wissen müssen.

Im Gesetz (Österreich, Deutschland, Schweiz) ist nicht definiert, wie hoch die Mahngebühr bei Zahlungsverzug einer Rechnung sein darf. Allerdings gibt es einige Gerichtsurteile.

7 Punkte Mahngebühr bei Rechnungen
 

Ab welchem Zeitpunkt darf man Mahngebühren verrechnen?

Auf jeder Rechnung sollte die Fälligkeit der Rechnung vermerkt sein. Gewähren Sie Ihren Kunden ein Zahlungsziel von 20 Tagen oder „Fällig bei Erhalt?“ Wird die Rechnung also am 1. des Monats ausgestellt und erlauben wir ein Zahlungsziel von 20 Tagen, dann ist die Rechnung bis zum 21. des Monats fällig.

Sie dürfen Mahngebühren ab dem Zeitpunkt erstellen, an dem die Rechnung fällig ist und Sie Ihren Kunden darüber informiert haben.

Damit ist die typische Zahlungserinnerung gemeint. Für diese darf noch keine Mahngebühr erhoben werden und soll dem Kunden signalisieren: „Jetzt ist die Rechnung fällig und es werden bald Mahnkosten anfallen“. Ist der Betrag Ihrer offenen Rechnung also bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht eingelangt, empfehlen wir Ihnen, die Zahlungserinnerung zeitnahe zu versenden. Erhalten Sie danach noch immer keine Zahlung oder Reaktion von Ihrem Kunden, können Sie diesem eine Mahnung, inklusive Mahnkosten, zusenden.  

Wie hoch dürfen die Mahnkosten sein?

Die Mahnkosten dürfen nicht beliebig gewählt werden. Grundsätzlich dürfen nur die entstandenen Kosten für Brief, Papier & Co verrechnet werden. Der Betrag bewegt sich also bei 1 - 4 Euro. Wie der Name schon sagt, sind die Mahnkosten die Kosten, welche tatsächlich für die Erstellung der Mahnung anfallen. Erhalten Sie eine Rechnung mit erhöhten Mahnkosten, dann können Sie diese getrost ignorieren. Bezahlen Sie rasch den Rechnungsbetrag und 1 - 4 Euro zusätzlich ein. Das würde aus Sicht des Gesetzgebers ausreichend sein. Anteilige Kosten für Personal, Zeit und Strom dürfen nicht an den säumigen Kunden weitergegeben werden. Das sind generelle Kosten, die ein Unternehmen so oder so zu tragen hätte. Dazu gab es ein Gerichtsurteil.

Wir empfehlen Ihnen, zwischen 5 € und 10 € pro Mahnungslauf, zu verrechnen.

Was sind Verzugszinsen und wie hoch dürfen diese sein?

Ab Fälligkeit einer Rechnung stehen dem Gläubiger sogenannte Verzugszinsen zu. Diese sind gesetzlich geregelt und belaufen sich auf 4 % pro Jahr, wenn der Schuldner eine Privatperson ist. Wenn der Gläubiger und der Schuldner Unternehmen sind, sind es 5 % pro Jahr.

Hier finden Sie einen Verzugszinsrechner. Unser Rechnungsprogramm KingBill berechnet die Verzugszinsen für Sie automatisch. All diese Gebühren und Beträge sind ab dem Zeitpunkt der Fälligkeit der Rechnung bzw. der Zahlungsgebühr gültig. Wird der offene Betrag während des Mahnprozesses bezahlt, dann sind diese Kosten trotzdem vom Schuldner zu tragen.

Wo kann ich Mahnspesen und Verzugszinsen in KingBill einstellen?

KingBill erleichtert Ihnen den Umgang mit offenen und fälligen Rechnungen. Im Menüpunkt „Einstellungen ändern und „Mahnungen“ können Sie die Einstellungen für die Gebühren selbst konfigurieren. Hier können Sie bei der Zahlungserinnerung die einzelnen Mahngebühren, Verzugszinsen und Fälligkeit bis hin zur 3. Mahnung definieren. Jede fällige Rechnung wird Ihnen angezeigt und mit wenigen Klicks erstellen Sie eine Zahlungserinnerung bzw. Mahnung.

Voting (9)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›