Kollektivvertrag wechseln

So funktioniert der Übergang reibungslos

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Kollektivvertrag wechseln

Egal, ob in der Rolle des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers, der Kollektivvertrag dient dem Schutz beider Parteien, um definierte Standards und Rechte einhalten zu können. Insbesondere dient diese Regelung vordergründig dem Arbeitnehmer und sorgt während der Dauer einer Anstellung für dessen Schutz. Diskussionen über Mindestlöhne, Zuschüsse, Arbeitszeiten oder Sonderzahlungen fallen dank einer klar definierten Kollektivregelung meist weg. Doch, was ist, wenn der Arbeitgeber den Kollektivvertrag wechseln muss, wie beispielsweise durch die Auflösung eines Geschäftsbereiches oder einer Abteilung? Was ist, wenn es sich um eine beabsichtigte Initiative handelt, um zugunsten des Arbeitgebers, einen Vorteil zu lukrieren?

Wechsel des Kollektivvertrags
 

Wie kann man den Kollektivvertrag wechseln?

Die Wirtschaftskammer Österreich empfiehlt, beim Wechsel der Kollektivverträge, ein Gespräch mit der jeweiligen Fachgruppe oder der Sozialpolitik zu führen.

In einem Gespräch mit der WKO kann besprochen werden, ob es ratsam ist, die Kollektivverträge beispielsweise dem neuen Gewerbe anzupassen oder ob es sich um eine Betriebsübernahme handelt.

Bei einer abgelegten und neu beantragten Gewerbeberechtigung kann es sein, dass eine Anpassung der Dienstverträge seitens des Steuerberaters bzw. der Lohnverrechnung ausreicht. Bei Betriebsübernahmen gilt es, andere Regelungen zu beachten, welche je nach Fachgruppe seitens der WKO-Fachgruppen detailliert erklärt werden.

Den richtigen Kollektivvertrag sowie den jeweiligen Ansprechpartner findet man unter diesem Link zu den Kollektivverträgen.

Bei einem unverbindlichen und kostenfreien Beratungsgespräch sollte man unbedingt die Mitgliedsnummer der bestehenden Fachgruppe zur Hand haben, um möglichst schnell an den jeweilig zuständigen Berater zu gelangen.

Warum sollte man den Kollektivvertrag wechseln?

Ob ein Kollektivvertrag zugunsten des Arbeitgebers oder zugunsten des Arbeitnehmers gewechselt wird, ist in manchen Fällen unklar. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, nicht im Eigeninteresse der Firma zu handeln, da es dadurch zu Streitigkeiten kommen kann. In jedem Fall sollte immer im Sinne des Arbeitnehmers gehandelt werden. Widersetzt man sich und handelt im Eigeninteresse, kann dies ein Fall für das Sozialgericht sein.

Der Wechsel von bestehenden Kollektivverträgen kommt meist zu tragen, wenn die bestehende Firma eine Gewerbeberechtigung stilllegt, in einem neuen Segment tätig wird und die Mitarbeiter mitnehmen möchte.

Hier ein kurzes Beispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein lokaler Tischlereibetrieb und werden aufgrund fehlender Aufträge und einer erschreckenden Umsatzstatistik das Geschäft schließen und die Gewerbeberechtigung zurücklegen. Da Sie jedoch wissen, dass es im Bereich der Werbung gute Geschäftsmöglichkeiten gibt, entschließen Sie sich für dieses Gewerbe. Da Ihre Mitarbeiter immer sehr loyal zu Ihnen waren und Sie ein gut eingespieltes Team sind, möchten Sie Ihr Team nun in die neue Firma mitnehmen. Wenn man die Mitarbeiter nun vom alten Gewerbe bzw. Dienstvertrag löst und am Folgetag bereits den neuen Dienstvertrag abschließt, kann ein lückenloser Übergang vom alten Gewerbe ins neue Gewerbe stattfinden. In diesem Fall wurde der alte Kollektivvertrag für „Tischler und Holzgestalter“ niedergelegt. Für Mitarbeiter, welche aus dem alten Unternehmen mitgenommen werden sowie für neue Mitarbeiter gilt anschließend der Kollektivvertrag für „Werbung und Marktkommunikation“.

Beim Wechsel der Branche seitens des Dienstgebers sind die Dienstverträge der Arbeitnehmer dementsprechend anzupassen.

Die neuen Dienstverträge müssen dem neuen Kollektivrecht entsprechen und dienen zum Schutz des Angestellten!

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