Keine Angst mehr, wenn der Arbeitsinspektor kommt

Autor: Daniela
Titelbild: Sicherheitsdokumente

Irgendwie fürchtet sich doch jeder Unternehmer ein bisschen, wenn mal ein Arbeitsinspektor vorbeischaut, oder? Wir haben unser Unternehmen vor einiger Zeit durch eine private Firma prüfen und ausstatten lassen, damit wir alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Und selbst dann hat der Besuch vom Arbeitsinspektorat noch ein flaues Gefühl im Magen hinterlassen. Etwa ein halbes Jahr nach der Evaluierung unseres Unternehmens kam tatsächlich unangemeldet ein Inspektor vorbei. Wir haben ihm dann unsere Mappe mit allen zugehörigen Dokumenten, Unterweisungen und Protollen in die Hand gedrückt und gewartet, was passiert. Er staunte nicht schlecht und hat uns sogar gelobt, als vorbildlich beglückwünscht und hätte uns gerne eine Medaille verliehen, wenn er das dürfte. Er meinte, dass wir als Vorzeigebetrieb andere einschulen sollten! Natürlich hat er sich auch umgesehen, ob Sanitärräume vorhanden sind, Feuerlöscher an den richtigen Stellen verfügbar sind etc. Aufgrund der vollständigen Mappe jedoch, war die restliche Überprüfung nur noch eine Sache von wenigen Minuten.

Sicherheitsdokumente
 

Da wir uns sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, möchte ich die wichtigsten Daten zusammenfassen, denn es ist gar nicht so schlimm und auch nicht so teuer wie man vielleicht denkt.


Erste Hilfe

Sie sind rechtlich verpflichtet hier alle Vorkehrungen zu treffen, damit alle Mitarbeiter im Fall von plötzlichen Verletzungen oder Erkrankungen gut versorgt werden können. Es reicht leider nicht immer aus, die Rettung zu rufen, manchmal muss man sofort Erste Hilfe leisten. Das ist natürlich in Betrieben mit Maschinen, Werkzeugen und gefährlichen Gütern noch wichtiger als in einem Büro wie unserem.


Erste-Hilfe-Koffer
Je nach Unternehmensgröße ist ein Erste-Hilfe-Koffer gut sichtbar und für jedermann zugänglich aufzubewahren. Diesen Koffer kann man sich aus der Apotheke holen oder im Internet bestellen. Ein Prüfpickerl mit Datum drauf kleben, damit man sieht, ob er geöffnet wurde und man auch weiß, wann man den Inhalt wechseln muss. Leider hat der Inhalt ein Ablaufdatum und muss regelmäßig ausgetauscht werden.

Bis 5 Arbeitnehmer/Innen: Erste-Hilfe-Koffer Typ 1 nach ÖNORM Z 1020-1
bis 20 Arbeitnehmer/Innen: Erste-Hilfe-Koffer Typ 2 für nach ÖNORM Z 1020-2
Über 20 Arbeitnehmer/Innen: hier ist die Anzahl der Verbandskoffer entsprechend den Richtwerten und sonstigen Gegebenheiten zu ermitteln.

Erste Hilfe Kennzeichnung und Notfallnummern
Mit einer Kennzeichnung machen Sie sichtbar, wo sich der Erste-Hilfe-Koffer befindet. Pfeile zum Aufkleben gibt’s im Internet zu bestellen. Direkt daneben sollte man auch die wichtigsten Notfall-Nummern anbringen. Wenn Panik ausbricht, fällt einem die Nummer der Rettung vielleicht nicht gleich ein.

Ersthelfer/in
Bei Betrieben bis max. 19 Mitarbeiter/Innen genügt eine Person mit der Ausbildung zum Ersthelfer/zur Ersthelferin. Wir empfehlen trotzdem 2 Personen mit dieser Ausbildung, da ja auch Urlaube oder Krankenstände berücksichtigt werden müssen. Die Ausbildung macht man entweder beim Roten Kreuz (ein 16-stündiger Kurs) oder es kann die Ausbildung im Zuge des Präsenz- oder Ausbildungsdienstes beim Bundesheer bzw. des Zivildienst herangezogen werden. Nach 4 Jahren ist die Ausbildung zu wiederholen bzw. aufzufrischen. Bei Betrieben von mehr als 250 Mitarbeiter/Innen muss es Sanitätsräume geben, wo Erste Hilfe geleistet werden kann.


Checkliste:                                                                                 ja                 nein
Erste-Hilfe-Einrichtungen
Ausreichende Anzahl
Standorte den Arbeitnehmer/Innen bekannt
Anleitung vorhanden
Notruf-Nummern vorhanden
Namen der Ersthelfer vorhanden
leichte Zugänglichkeit der Einrichtungen
niemals Lagerung vor den Einrichtungen
periodische Überprüfung auf Vollständigkeit
fehlendes Zubehör wird unverzüglich ersetzt
notwendiges Zubehör(z.B. Augendusche) vorhanden

Brandschutz

Hier wird es für den Laien schon etwas komplizierter, welchen Löscher man wo braucht und auch wie viele. Es gibt Löschhilfen wie z.B. Löschwasser, Löschdecken, Löschsand, Wandhydranten, tragbare oder fahrbare Feuerlöscher. Hier am besten beraten lassen und dann die Löschmittel inkl. Kennzeichnung und Montagevorrichtung bestellen. Auf jedem Feuerlöscher muss eine Prüfplakette vorhanden sein, die die nächste Überprüfung anzeigt. Im Normalfall meldet sich die Firma, wo man die Löscher gekauft hat, ganz automatisch, wenn eine Prüfung ansteht. Auch hier besteht eine rechtliche Verpflichtung lt. ArbeitnehmerInnenschutzgesetz! Arbeitgeber müssen Maßnahmen treffen, damit im Falle eines Feuers dieses gelöscht werden kann und die Arbeitnehmer/Innen evakuiert werden:

  • ausreichend und auch geeignete Feuerlöscher müssen vorhanden sein. Diese sollten gut sichtbar gekennzeichnet sein. Eventuell auch Brandmelder anbringen.
  • eine Person sollte für die Brandbekämpfung und Evakuierung zuständig sein. 
  • mehrere Mitarbeiter sollten mit der Handhabung der Feuerlöscher vertraut sein. Hier am besten eine Brandschutzübung machen – das ist lehrreich für alle und macht Spaß! Damit legt man auch die Scheu ab, einen Feuerlöscher zu bedienen.
  • es sollten Vorkehrungen getroffen werden, um Explosionen zu vermeiden
  • falls erforderlich, sind Blitzschutzanlagen anzuschaffen – nicht notwendig, wenn man ein Büro gemietet hat, dann ist die Hausverwaltung dafür zuständig.


In der Regel sollte man bei einem Brand in dieser Reihenfolge vorgehen:
1. Feuerwehr alarmieren
2. Arbeitnehmer/Innen evakuieren und auch prüfen, ob alle das Gebäude verlassen haben
3. Den Brand von einer geschulten Person löschen lassen, oder auf die Feuerwehr warten


Checkliste                                                                                  ja                 nein
Fluchtwege und Notausgänge
stets ungehinderte Nutzbarkeit
nutzbare Mindestbreite gegeben
Notausgänge immer unverstellt
Fluchtweg eindeutig gekennzeichnet
geringe Brandlast auf Fluchtwegen

Löscheinrichtungen (LE)
geeignete LE vorhanden
ausreichende Anzahl an LE vorhanden
günstige örtliche Verteilung der LE
LE leicht erreichbar
Zugang zu den LE nicht verstellt
Kennzeichnung der LE vorhanden
Feuerlöscher werden jedes 2. KJ überprüft
Übungen der Mitarbeiter/Innen finden statt

Gefahrenermittlung

Auch wenn man die Gefahr nicht immer wahrnimmt, kann sie doch bestehen. Die meisten Dinge würde man dem gesunden Menschenverstand zuschreiben und empfindet den Hinweis vielleicht als vernachlässigbar, aber trotzdem passieren immer wieder Arbeitsunfälle bei den banalsten Dingen. Das bringt mich zum Thema „Unterweisungen der Mitarbeiter“. Für die meisten war es nette Unterhaltung und es wurde viel gelacht beim Durchgehen der Unterweisungen, obwohl das ein sehr ernstes Thema ist. Natürlich weiß jeder Erwachsene, dass er nicht in die Steckdose greifen soll, oder dass man über ein quer gespanntes Kabel stolpern kann. Aber als Arbeitgeber ist man wie so oft verpflichtet, seine Mitarbeiter darüber zu informieren. Tut man das einmal pro Jahr, kann einem nicht mehr viel passieren. Tut man es nicht, ist „Feuer am Dach“, wenn sich ein Mitarbeiter mal schwerer verletzt. Hier empfehlen wir eine „Vorlesestunde“ mit allen Mitarbeitern/Innen und danach unterschreibt jeder eine Liste zu jeweiligen Unterweisung.


Folgende Themen sollten besprochen werden bzw. dem Mitarbeiter/der Mitarbeiterin zum Lesen vorgelegt werden (Bürobetriebe):

  • Bildschirmarbeit
  • Brandschutz
  • Büroarbeit
  • Umgang mit elektrischen Geräten, Anlagen und Leitungen
  • Handhabung der Mittel der ersten Löschhilfe
  • Verhaltensmaßnahmen bei ernster, unmittelbarer Gefahr
  • Organisation der Ersten Hilfe
  • Leitern und Tritte
  • Reinigungsarbeiten, Gefahr durch Chemikalien
  • Tonerstaub
Voting (7)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›