Innereuropäische Lieferungen

wer zahlt was – wohin kann man liefern?

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Innereuropäische Lieferungen

In diesem Artikel beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen zur Innergemeinschaftlichen Lieferung.

Was sind die Voraussetzung der Steuerfreiheit von innergemeinschaftlichen Lieferungen?

Bei Lieferungen von einem Unternehmen an ein anderes wird die UST des Lieferlandes nicht verrechnet, wenn

  • Nachgewiesen werden kann das die Waren von einem Mitgliedsstaat in den anderen gelangen
  • der Unternehmer die Ware für das Unternehmen erwirbt
  • der Erwerb beim Abnehmer der Erwerbsteuer unterliegt
  • der entsprechende Liefernachweis in der Buchhaltung des Lieferers aufliegt und die Voraussetzungen für die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung buchmäßig nachgewiesen werden.
Innereuropäische Lieferungen – wer zahlt was – wohin kann man liefern?
 

Eine Lieferung an einen Abnehmer in der EU darf nur dann umsatzsteuerfrei erfolgen, wenn er seine Unternehmereigenschaft nachweist. Er tut dies durch Bekanntgabe seiner Umsatzsteueridentifikations-nummer (Siehe dazu auch das gleichnamige Infoblatt auf wko.at)

Was versteht man bei innereuropäischer Lieferungen unter einem Buchnachweis?

Bei innereuropäischer Lieferungen hängt die Steuerfreiheit vom buchmäßigen Nachweis ab.
Diese sollten normalerweise mit folgenden Daten dokumentiert werden:

  • Name, Anschrift und UID-Nummer des Abnehmers
  • In Abholfällen: Name, Anschrift des Beauftragten, ggf. Spezialvollmacht
  • Bei Transport durch den Lieferer: Übernahmebestätigung durch den Käufer
  • Bei Versendung: Nachweis der Versendung (z.B. Frachtbrief) in das übrige Unionsgebiet
  • handelsübliche Bezeichnung und Menge der Ware
  • Lieferungstag
  • das vereinbarte Entgelt
  • Art und Umfang einer Bearbeitung vor der Beförderung
  • Bestimmungsort im übrigen Gebiet der EU

Muss man bei einer innereuropäischen Rechnung zusätzliche Daten angeben?

Wenn ein Unternehmer innergemeinschaftliche (IG) Lieferungen durchführt. Sollte folgendes angegeben werden:

  • formfrei, z.B. „umsatzsteuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung
  • intra-community supply of goods
  • eigene UID Nummer
  • abnehmer UID Nummer

Wie muss man einen Nachweis so einer Lieferung führen?

Die Nachweise einer innergemeinschaftlichen Lieferung sind wie folgt zu führen und unterscheiden sich in der Art des Transportes:

Der Transport mit eigene Fahrzeugen mit Lieferanten:

Rechnungsdurchschrift, Beleg mit dem Bestimmungsort (vor allem Lieferschein) und Empfangsbestätigung des Abnehmers.

Der Transport durch den Käufer (Abholung):

Wie bei der Beförderung durch den Lieferanten, aber anstatt der Empfangsbestätigung eine Erklärung des Abnehmers bzw. Beauftragten, dass er den Gegenstand in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördern wird (. In Abholfällen ist vom Unternehmer überdies die Identität der abholenden Person festzuhalten (z.B. Kopie der maßgebenden Seite(n) des Reisepasses bzw. des Führerscheins). Außerdem wird eine Spezialvollmacht benötigt, mit der die abholende Person seitens des Abnehmers ausdrücklich mit der Abholung der Ware bevollmächtigt wird.

Versand durch den Lieferanten oder Käufer (Übergabe an Spediteur):

Rechnungsdurchschrift und Versendungsbelege (Frachtbrief, Postaufgabeschein, Konnossement). Bei Sammelladungen in die EU wird auch die Spediteurbescheinigung als Versendungsbeleg anerkannt, wenn Name und Anschrift des Kunden sowie Menge und Bezeichnung des Gegenstandes hervorgehen. Ist der Versendungsnachweis zu schwierig zu erbringen, kann der Nachweis ausnahmsweise in sehr gut begründeten Ausnahmefällen mit den gleichen Belegen wie bei der Beförderung geführt werden.

Bearbeitung vor der Lieferung (Versendung):

Zusätzlicher Beleg mit folgenden Angaben: Name und Anschrift des Bearbeiters, Bezeichnung der Gegenstände, Ort und Tag der Entgegennahme, Bezeichnung des Bearbeitungsauftrages.

Ist es vorgeschrieben die UID Nummer des Käufers zu überprüfen?

Bei der Steuerfreiheit einer IG Sendung, wird die Sorgfalt eines „ordentlichen Kaufmannes“ vorausgesetzt. Aus diesem Grund hat der Lieferant die Richtigkeit der UID-Nummer seines EU-Kunden zu überprüfen. Diese Überprüfung ist nicht zwingend. Die praktische Bedeutung einer Bestätigung besteht im Vertrauensschutz des liefernden Unternehmers.

Innereuropäisches Verbringen - Was sind die Voraussetzungen?

Der Unternehmer verbringt Waren zu seiner eigenen Verfügung von Österreich in einen anderen Mitgliedstaat und es liegt keine vorübergehende Verwendung vor.
Im Zielland benötigt der verbringende Unternehmer eine UID Nummer und hat dort die Erwerbsbesteuerung durchzuführen, da das IG Verbringen der IG Lieferung gleichgestellt ist. Der Nachweis des IG Verbringens ist wie bei der IG Lieferung in Form des Buchnachweises zu führen.

7. Beispiele für die temporäre Verwendung?

Der Gegenstand wird verbracht zur Ausführung von

  • Werklieferungen oder Versandhandelslieferungen
  • Lieferungen an Bord von Beförderungsmitteln
  • steuerfreien ig Lieferungen oder steuerfreien Ausfuhrlieferungen
  • sonstigen Leistungen am verbrachten Gegenstand
  • oder zur zeitlich begrenzten Verwendung (bis 24 Monate).

In der Regel beträgt die Verwendungsfrist wie bereits angeführt 24 Monate, wobei bei nachstehenden Verwendungsmöglichkeiten kürzere Fristen vorgesehen sind:

  • Austauschproduktionsmittel (6 Monate)
  • Waren zur Durchführung von Tests und Testwaren (6 Monate)
  • zur Ansicht gelieferte Waren (6 Monate)

Wenn die Frisst überschritten wird, ist im Zeitpunkt des Überschreitens ein innergemeinschaftlicher Erwerb gegeben.

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