Gewinnerzielungsabsicht und Liebhaberei

im Bereich der Steuern

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Gewinnerzielungsabsicht und Liebhaberei

Die Gewinnerzielungsabsicht ist das Ziel eines Unternehmens, Gewinn zu erzielen. Außerdem besitzt die Gewinnerzielungs-absicht steuerliche Wichtigkeit in Bezug auf mögliche Abschreibungen von Verlusten.

Gewinnerzielungsabsicht und Liebhaberei im Bereich der Steuern
 

Das Handelsrecht und die Gewinnerzielungsabsicht

Dieses ist nur auf Firmen anzuwenden, die ihren Betrieb in gewerblicher Art führen. Zentrales Kennzeichen hierfür ist dabei die Absicht der Erzielung von Gewinnen aus dem laufenden Geschäft. Ist das der Fall, so wird regelmäßig von einer gewerblichen Tätigkeit ausgegangen. Hier gibt es allerdings eine Reihe von wichtigen Ausnahmen. Diese betreffen vor allem die so genannten freien Berufe. Denn auch Architekten, Apotheker, Rechtsanwälte und Ärzte sind im Rahmen ihrer Berufsausübung darauf angewiesen, Gewinne zu erwirtschaften.

Die Gewinnerzielungsabsicht mit Immobilien

Personen mit Immobilieneigentum haben das gleiche Ziel, indem sie dieses an andere vermieten. Das Gleiche gilt für Land- und Forstwirte. In diesen Fällen liegt allerdings keine gewerbliche Betätigung vor. Bei Einzelhandelsunternehmen und Handwerksbetrieben wird dagegen von gewerblicher Betätigung ausgegangen. Die Inhaber sind daher Kaufleute (siehe auch den Lexikoneintrag zum kaufmännischen Runden) im Sinne des Handelsgesetzbuches. Die Gewinnerzielungsabsicht führt daher mittelbar zu einer Verschärfung der rechtlichen Regeln im Hinblick auf den Abschluss von Verträgen, was etwa Gewährleistung, Prüfpflichten empfangener Waren oder auch das Eingehen von Verträgen betrifft.

Das Steuerrecht und die Gewinnerzielungsabsicht

Das Steuerrecht ist ein wichtiges juristisches Thema, in welchem die Gewinnerzielungsabsicht eine starke Rolle spielt. Hierbei geht es vor allem um die Angabe von Verlusten im Rahmen der Einkommensteuererklärung. Denn nur dann, wenn mit einer Unternehmung Gewinn erzielt werden soll und der Betrieb in seiner grundsätzlichen Struktur auf deren Erwirtschaftung ausgerichtet ist, können die zum Betrieb eingesetzten Mittel wirksam steuerlich geltend gemacht werden. Der Fiskus verfolgt in diesem Zusammenhang in der Regel eine eher vorsichtige Vorgehensweise, denn bei vielen Unternehmungen stehen zu Anfang oft hohe Verluste, weil der entsprechende Betrieb erst aufgebaut und etabliert werden muss. Entsprechend können in der Regel über mehrere Jahre Verluste aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sowie für Investitionen bei der Steuer geltend gemacht werden. Spätestens nach in der Regel sieben Jahren klassifiziert das zuständige Finanzamt das ausschließlich Verluste produzierende Unternehmen als Liebhaberei, da nach Ablauf eines solchen Zeitraums eine Gewinnerzielungsabsicht nicht zu erkennen ist.

Was ist Liebhaberei im Steuerbereich?

Wenn vom Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht des Steuerpflichtigen nicht zu erkennen ist, wird die Tätigkeit als Liebhaberei eingestuft
In so einem Fall nimmt das Finanzamt an, dass die Steuerpflichtigen die Erzielung von positiven Einkünften gar nicht anstreben und die Tätigkeit nur eine persönliche Neigung ist oder aus persönlichen Gründen ausgeübt wird. Es wird geprüft, ob diese Tätigkeit eigentlich aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten und damit steuerlich zu berücksichtigen ist oder nicht. Geht das Finanzamt von Liebhaberei aus, wird die Gewinnerzielungsabsicht verneint, so sind Verluste, die aus dieser Klage, nicht steuerbar, das heißt, sie können steuerlich nicht mit positiven Einkünften aus anderen Einkommensarten verrechnet werden. Dabei ist zu beachten, dass der Begriff Liebhaberei umsatzsteuerlich nicht relevant ist, da das Umsatzsteuerrecht nicht von Gewinnerzielungsabsicht, sondern von Einkommenserzielungsabsicht spricht. Also kann die umsatzsteuerliche Unternehmereigenschaft anhand einer Umsatzstatistik erhalten bleiben, auch wenn die Tätigkeit nur aus persönlichen Gründen ausgeübt wird.
Das bedeutet, dass die Steuerpflichtigen Verluste aus dieser Tätigkeit nicht zur Minderung ihrer anderen positiven Einkommen steuermindernd gelten können, gleichwohl aber die Umsatzsteuer aus dieser Tätigkeit an das Finanzamt abführen müssen.

Beispiele für Liebhaberei

  • wenn die Firma nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird
  • wenn die Firma weitergeführt wird, obwohl nur negativ Einkünfte erwirtschaftet werden
  • wenn es sich bei der Tätigkeit um ein Hobby handelt
  • wenn die resultierenden Verluste und der Lebensunterhalt durch andere positive Einkommen finanziert werden
  • wenn trotz andauernden Verluste nichts an der Firmenführung geändert wird wird
  • wenn auf Dauer keine Erwirtschaftung eines Totalüberschusses zu erkennen ist

Da die Anlaufphase von Branche zu Branche verschieden ist, sind die Anlaufverluste in der Anfangsphase einer unternehmerischen Tätigkeit noch kein Anzeichen für Liebhaberei, für die die Steuerrechtsprechung eine Totalüberschussprognose errechnet.

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