Der Zahlschein als Zahlungsmittel

in der Schweiz

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Der Zahlschein als Zahlungsmittel

Das Onlinebanking gehört in Österreich mittlerweile zur täglichen Praxis. Wer kennt es nicht? Es erspart uns den Weg zur Bank und erleichtert uns das tägliche Leben ungemein. Ebenso verhält es sich mit dem automatischen Bankeinzug. Immerhin können wir somit verlässlich jeden Monat unsere Miete zahlen, ohne uns jedes Mal Gedanken darüber machen zu müssen. Während in Österreich der Zahlschein als Zahlungsmittel langsam ein Relikt vergangener Tage wird, ist er in der Schweiz so beliebt, wie eh und je!

Während viele Nichtschweizer die Zahlscheine in der Schweiz als verwirrend ansehen, verhält es sich bei der dort ansässigen Landesbevölkerung anders. Viele Schweizer wollen den Zahlschein als Zahlungsmittel in der Schweiz nicht missen und ziehen hingegen sogar bei Onlinebanking und Co. die Handbremse. Warum und weshalb erfahren Sie im nachstehenden Artikel!

Der Zahlschein als Zahlungsmittel
 

Die 2 verschiedenen Arten von Zahlscheinen in der Schweiz

In der Schweiz gibt es zwei verschiedene Arten von Zahlscheinen, nämlich den orangefarbenen Zahlschein und den roten Zahlschein. Doch warum gibt es zwei Farben?

Ganz schlicht, zur optischen Unterscheidung beider Zahlscheine.

Ebenso wie bei anderen Währungen verhält es sich in der Schweiz beim Franken.

Der orangefarbene Einzahlungsschein:

Oder auch Einzahlungsschein mit Referenznummer (ESR) genannt, bietet eine problemlose Zahlungsmöglichkeit, da er aufgrund der Referenznummer in die automatisierte Verarbeitung weitergegeben werden kann. Die Referenznummer wird durch eine Software, die der Überweisende auf seinem Computer installiert hat, auf den orangefarbenen Zahlschein eigens gedruckt. Dies muss selbstverständlich nach allen rechtlichen Kriterien und Vorgaben erfolgen. Beim orangefarbenen Zahlschein sind somit die wichtigsten Daten enthalten: Der zu überweisende Geldbetrag, eine Identifikationsnummer, eine Rechnungsnummer und die Teilnehmer. Grundsätzlich kann man beim ESR auch zwei Unterteilungen treffen, nämlich die zwischen dem Bank-Einzahlungsschein mit Referenznummer (BESR) und dem Verfahren-Einzahlungsschein mit Referenznummer (VESR).

Der Unterschied zwischen ESR und BESR ist ein recht klein und zeigt sich nur in zwei verschiedenen Punkten:

Der ESR ist ein Einzahlungsschein von der PostFinance, welcher für Überweisungen auf ein Postkonto dient. Dieser weißt kein Feld zum Ausfüllen für „zugunsten von“ auf.

Der BESR hingegen ist ein Einzahlungsschein für die Zusammenarbeit mit Banken, welcher somit für Überweisungen auf ein beliebiges Bankkonto verwendet wird. Zusätzlich bietet dieser Zahlschein auch noch das Feld „zugunsten von“ zum Ausfüllen.

Mit beiden Zahlscheinen kann man bei Ausgaben sowohl in Schweizer Franken (CHF) als auch in Euro zahlen. Bei beiden Zahlscheinen ist eine vorgedruckte Betragsangabe vorzufinden. Möchte man diese per Hand ausfüllen, so sind die Zahlscheine auch in der + Version erhältlich.

Der VESR ermöglicht eine automatische Rechnungsstellung und somit eine elektronische Abwicklung von Zahlungsprozessen. Dieser Zahlschein ist vor allem für größere Firmen von Vorteil.

Der rote Einzahlungsschein:

Der rote Einzahlungsschein (ES) dient zur manuellen Überweisung von Geldbeträgen auf ein angegebenes Bank- oder Postkonto. Dieser Schein enthält keine Referenznummer, sondern lediglich drei Felder: Den Namen, die Kontonummer und ein Feld für Mitteilungen.

Andere Länder andere Sitten

Ein Grund dafür, dass der Zahlschein als Zahlungsmittel in der Schweiz so beliebt ist, ergibt sich aus mehreren Faktoren. Ein sicherlich volkstümlicher Grund dafür ist, dass die Schweizer gerne geheim halten, bei welcher Bank sie ihr Konto haben. Ein weiterer wesentlicher Grund hierfür ist durchaus die Schweizer Regelung der PostFinance. Wer seine Zahlscheine bei der Post aufgibt, zahlt als Sender keinerlei Gebühren. Anfallende Gebühren, je nach Betragshöhe, sind vom Empfänger zu bezahlen. Durchaus wissenswert ist somit natürlich auch, dass für rote Einzahlungsscheine grundsätzlich eine höhere Gebühr verrechnet wird als für orangefarbene Einzahlungsscheine.

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