Der Verein als Rechtsform

die wichtigsten Vor- und Nachteile

Autor: Georg Rossek  |  Titelbild: Der Verein als Rechtsform |  Verein als Rechtsform
Der Verein als Rechtsform

Die Gründung eines Vereins als Rechtsform ist ein Prozess, den man vorher gut durchdenken sollte. Welche Vorteile und welche Nachteile haben Gründer eines Vereins zu beachten und wann empfiehlt es sich unbedingt, die Idee mit dem Verein doch zu überdenken? Haben Sie gewusst, dass die Mitglieder eines Vereins bei Stimmenmehrheit gegen ihren Gründungsgedanken entscheiden können? Haben Sie jedoch gewusst, dass bereits zwei Personen inkl. Sie ausreichen, um einen Verein zu gründen? Wie Sie bereits bemerken, gibt es einige Dinge, die zu beachten sind, wenn man den Verein als Rechtsform wählen möchte. Wir erklären in diesem Artikel, welche Vorteile und welche Nachteile es dabei geben kann.

Gesetzliche Defintion

Die gesetzliche Definition des Vereins befindet sich im § 1 Vereinsgesetz und lautet wie folgt: „Ein Verein im Sinne dieses Bundesgesetzes ist ein freiwilliger, auf Dauer angelegter, auf Grund von Statuten organisierter Zusammenschluss mindestens zweier Personen zur Verfolgung eines bestimmten, gemeinsamen, ideellen Zwecks. Der Verein genießt Rechtspersönlichkeit (§ 2 Abs. 1).“

Die interessantesten Vorteile und Nachteile eines Vereins

Geschickter Schachzug oder Klotz am Bein? Ohne Vorinformation kann die Gründung eines Vereins als Rechtsform gründlich nach hinten losgehen. Die konkrete Ausgestaltung der Vereinsstatuten unterliegt weitgehend der Privatautonomie und sollte auf den Einzelfall angepasst werden.

Hier die Vorteile eines eingetragenen Vereins:

  • Es genügen bereits zwei Personen für die Gründung eines Vereins. Diese Personen müssen voll geschäftsfähig, das heißt grundsätzlich volljährig und selbst handlungsfähig sein. Aber auch juristische Personen können Vereinsgründer sein.

  • Mitglieder der Vereinsgründung müssen nicht österreichische Staatsbürger sein.

  • Es ist kein Stammkapital, wie bei anderen Rechtsformen, notwendig.

  • Grundsätzlich haftet für Verbindlichkeiten des Vereins der Verein selbst mit seinem Vermögen. Organwalter und Vereinsmitglieder haften nur dann, wenn sich dies aus gesetzlichen Vorschriften oder persönlicher rechtsgeschäftlicher Verpflichtung ergibt. Bei einer Verletzung gesetzlicher oder statutarischer Pflichten durch Vorstandsmitglieder, haften diese dem Verein für dadurch entstandene Schäden.

Hier die Nachteile eines eingetragenen Vereins:

  • Jedes Vereinsmitglied hat eine Stimme. Es kann somit passieren, dass man durch die Stimmenmehrheit, was Veränderungen betrifft, eingeschränkt wird (je nach Ausgestaltung der Vereinsstatuten).

  • Die Errichtung des Vereins ist der Vereinsbehörde anzuzeigen. Ergeht binnen 4, längstsens aber binnen 6 Wochen nach Einlangen der Errichtungsanzeige keine Erklärung, dass die Gründung des Vereins nicht gestattet wird, kann der mit Fristablauf entstandene Verein seine Tätigkeit aufnehmen.
  • Im Verein darf nur ein ideeller Zweck und kein wirtschaftlicher Zweck mit Gewinnabsicht verfolgt werden.

Verein als Rechtsform - Ja oder Nein?

Über richtig oder falsch kann und muss man am Ende selbst entscheiden. Bei der Eintragung als Verein ist man durch einen definierten und systematisch beschlossenen Rahmen recht gut geschützt.

Bei einem Verein muss ein ideeller Zweck verfolgt werden, was bedeutet, dass man keinen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen darf bzw. dem Verein die Gewinnorientierung untersagt ist. Ein Verein darf aber auch wirtschaftlich tätig sein, solange die Einnahmen der Verwirklichung des übergeordneten ideellen Vereinszwecks dienen. Also ist beispielsweise der Gewinn je verkauftem Liter Bier bei einem Feuerwehrfest, der dazu verwendet wird, die Fahrzeuge und die Ausrüstung zu warten oder zu erweitern, unschädlich.

Auch der steuerliche Vorteil bzw. Nachteil kann zur Entscheidung beitragen. Das Steuerrecht sieht Steuerbefreiungen und –begünstigungen (zB bei der Körperschaftssteuer oder Umsatzssteuer) nicht generell für alle Vereine vor, sondern nur für Organisationen, die – sowohl nach der Rechtsgrundlage als auch nach der tatsächlichen Geschäftsführung – ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen.


 

Geht nur eine der Voraussetzungen für die abgabenrechtliche Begünstigung verloren, entfallen steuerliche Erleichterungen.

Wenn Sie den Verein als Rechtsform nutzen möchten, aber sich noch über Nischen beraten lassen möchten, so suchen Sie bitte unbedingt das Gespräch mit einem Steuer- oder Rechtsberater.

In Wien ist die Rechtsanwaltskanzlei Jeannée Mikula und Partner Rechtsanwälte eine geeignete Anlaufstelle für Fragen rund um die Vereinsgründung.

Sie sind in Österreich und wollen einen Verein gründen? Auf der Webseite des Bundeskanzleramts findet man viele weitere nützliche Informationen: Bundeskanzleramt / Vereinsgründung

Die Beantragung findet bei der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft statt.

Hier finden Sie Ihre zuständige Bezirkshauptmannschaft: Gemeindeauswahl


 
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