Arbeitgeberbeiträge – die versteckten Zusatzkosten für den Dienstgeber

Autor: Georg Rossek
Titelbild: Arbeitgeberbeiträge

Was der Arbeitnehmer am Ende des Monats auf seinem Konto vorfindet und der Arbeitgeber an gesamten Lohnkosten zu entrichten hat, sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Dass Netto- und Bruttobetrag in Wirklichkeit viel weiter auseinanderklaffen als dies der Gehaltszettel anführt, weiß bis dato nur der Dienstgeber. Die versteckten Lohnnebenkosten, die allerdings nicht ausgewiesen werden müssen, sind oftmals ausschlaggebend, warum sich Gehaltserhöhungen, die netto eher gering aussehen, bruttobrutto auf das Zwei- bis Dreifache belaufen.

Arbeitgeberbeträge – die versteckten Zusatzkosten für den Dienstgeber
 

Kosten auf Lohnzettel führen nur einen Teil der Beträge an

Auf einem regulären Lohnzettel muss der Arbeitgeber folgende Positionen anführen: Bruttogehalt, Abzüge (also Sozialversicherung und Lohnsteuer) und damit verbunden das Nettogehalt – also was der Arbeitnehmer tatsächlich überwiesen bekommt. Der Dienstnehmer bekommt somit auch ein Gefühl, welchen Wert zusätzliche Kosten haben. Nachdem all dies – anders als beim Unternehmer – nie das Konto des Angestellten erreicht, handelt es sich dabei für ihn allerdings um fiktive Kosten.

Der tatsächliche Aufwand für den Dienstgeber stellt sich jedoch anders dar, denn zusätzlich kommen Lohnnebenkosten dazu, die bis dato keinen Platz auf dem Lohnzettel gefunden haben. Hinter den Lohnnebenkosten verbergen sich wiederum Dienstgeberabgaben (Abgaben für alle Dienstgeber, die in Wien beschäftigt sind - auch „U-Bahn-Steuer“ genannt), bezahlte Nichtanwesenheitszeiten, Sonderzahlungen (Urlaubszuschuss und Weihnachtsgeld), Kommunalsteuer, Abfertigungskosten sowie allfällige sonstige Nebenkosten. Weitere Nebenkostenelemente wie Arbeitnehmerschutz, Behinderteneinstellungsgesetz und andere kostenmäßige Belastungen sind individuell heranzuziehen.

Transparenz schafft besseres Gefühl für Ausgaben

Dies ebenfalls transparent zu machen, ist einer der Wünsche der UBIT (der Standesvertretung der Wiener Unternehmensberater, IT-Dienstleister und Buchhalter). Dies würde die Lohnverrechnung vereinfachen und durchsichtiger gestalten. Dazu kommt, dass Mitarbeiter somit auch ein Gefühl bekommen, wie viele indirekte Kosten der Arbeitgeber monatlich zu tragen hat. Bei einer Gehaltserhöhung von z.B. EUR 100,- netto würde dies insgesamt für den Dienstgeber eine Abgabensammlung an EUR 246,- bedeuten.

Ein weiteres Beispiel für ein fiktives Monatsgehalt: Ein Gehalt von EUR 1.900,- brutto sind z.B. nach Abzug der Lohnsteuer (EUR 126,40) und der Sozialversicherung (EUR 344,28) netto EUR 1.429,32. Die Lohnnebenkosten – der bisher unbekannte Faktor für die Dienstnehmer – machen zusätzlich EUR 587,29 aus. Der Gesamtaufwand der Lohn-/Gehaltskosten beträgt demnach EUR 2.487,29. Im konkreten Fall ist dies also mehr als EUR 1.000 als das Nettogehalt für den Dienstnehmer.

Die tatsächliche Angabe all dieser Kosten hätte mehrere positive Konsequenzen: absolute Transparenz des Dienstgebers gegenüber dem Dienstnehmer, Aufklärung des Dienstnehmers über versteckte Kosten und somit Sensibilisierung für die Wertigkeit von Arbeit und zu guter Letzt eine Angabe, die schwarz auf weiß untermauert, wie viele Kosten der Staat verschlingt und welch enorme Belastung Arbeitgeberbeträge für einen Dienstgeber in Wirklichkeit sind.

Um sich ein Bild über die eigenen Lohnnebenkosten zu machen, bietet das Bundesministerium für Finanzen auf ihrer Internetseite einen brutto-netto Rechner an.

blog/brutto-netto-rechner.png

Schaffen Sie sich ein eigenes Bild was dies für Sie persönlich bedeutet und was eine "kleine" Gehaltserhöhung von 100€ für den Dienstgeber wirklich bedeutet.

Voting (2)
Kommentare
Wie bewerten Sie diesen Beitrag ?

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema

jetzt kommentieren ›