Anforderungen an eine Registrierkasse bei einer Betriebsprüfung?

Autor: Sebastian Prohaska
Titelbild: Anforderung an eine Registrierkasse bei einer Betriebsprüfung?

Wie schnell die Zeit vergeht, damals wurde noch davon gesprochen und heute ist es bereits Pflicht. Die Registrierkasse ist bereits ab dem 01. Jänner 2016 in ganz Österreich vom Gesetzgeber verpflichtend einzusetzen. Aber welche Grauzonen gibt es für wirtschaftstreibende und was ist, wenn ich noch immer keine Registrierkasse im Einsatz habe? Und die wichtigste Frage, wie geht der Gesetzgeber gegen und bei Manipulationen der Registrierkasse um? Fragen über Fragen, die man jedoch nicht unbeantwortet lassen sollte. Schließlich ist die aktuell angesetzte Ab-Strafhöhe sehr üppig angesetzt. Also für wirtschaftstreibende aller Art ein Thema welches zu denken geben sollte!

 

Was passiert, wenn ich keine Registrierkasse habe?

Die Registrierkassenpflicht zwingt sicherlich viele österreichische Wirtschaftstreibende in die vorzeitige Pension. Viele Wirte und andere Branchen lebten von den Grauzonen. Aber was passiert, wenn ich trotzdem selbstständig bleibe und keine Registrierkasse in meinen Betrieb implementiere? Wenn man sich dieser Verpflichtung verwehrt, spielt man sicher mit dem Feuer denn der Gesetzgeber hat mittlerweile eigene Abteilungen die Tag täglich nichts anderes machen als zu prüfen ob denn schon Registrierkassen im Einsatz sind. Das kann sein, dass sich einen Mitarbeiter der Finanzpolizei als Kunde ausgibt oder beispielsweise auch vor ihrem Lokal von den ausgehenden Kunden, Rechnungen bzw. Belege verlangt. Ist dies nicht der Fall, wird es problematisch.

Wenn somit keine Registrierkasse vorhanden ist, findet eine Schätzung statt. Das bedeutet, der Gesetzgeber schätzt ihre Umsätze und straft Sie umgehend ab. Diese Schätzung ist jedoch nicht alles denn eine Grundstrafe von bis zu 5.000€ kommt zusätzlich noch dazu. Spätestens hier wird klar, was mit dem Sprichwort "ein Spiel mit dem Feuer" gemeint ist.

Ein positives Aufatmen für das zweite Quartal 2016!

Selbstverständlich ist der Gesetzgeber nicht immer der Böse und hat sich somit eine Sonderfrist einfallen lassen. Das bedeutet, wenn ein betrieb in den Monaten bis Juni 2016 noch keine Registrierkasse in Verwendung ist und man argumentieren kann warum das so ist, wird von einer Strafe abgesehen. Hier gilt das Motto, "beraten statt strafen". Eine Möglichkeit welche gut ankommt denn viele Betriebe haben bei der Implementierung der neuen Systeme noch Schwierigkeiten bzw. wie man das in den Alltag mit einfließen lassen kann. Schließlich muss nicht nur der Betrieb bzw. dessen Geschäftsführung die neue Regelung aktiv in den Alltag einfließen lassen, sondern auch die Mitarbeiter.

Was wird bei einer Betriebsprüfung geprüft?

Ist man systematisch an der Reihe geprüft zu werden, werden in der Regel folgende Dinge geprüft, um eine Manipulation auszuschließen

 

  • Werden im Betrieb Rechnungen bzw. fortlaufende Bons ausgehändigt?
  • Wie reagiert der oder die Wirtin, wenn man sagt "Rechnung, benötige ich keine"?
  • Der Bon Drucker MUSS den QR Code tauglich sein bzw. das Drucken von QR Codes ermöglichen. Eine OCR-A Schrift ist alternativ auch möglich.
  • Auf den ausgedruckten Bons (Rechnungen) muss genügend Platz für eine Artikel Bezeichnung sein. Außenstehende Personen müssen wissen um welche Produkte es geht. Abkürzungen und Nummer sind nicht mehr erlaubt.
  • Die Bons müssen im System durch eine fortlaufende Nummer dokumentiert und nachweisbar bleiben, dass im Falle einer Prüfung auch noch der Bon von vor einigen Monaten aufrufbar ist.

Lassen Sie sich hier von dem Anbieter ihrer Registrierkasse am besten beraten und stimmen Sie vor einer Kaufentscheidung ihre Investition mit ihrem Steuerberater ab. Sobald dieser grünes Licht gibt, steht der betrieblichen Investition nichts mehr im Weg.

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Werner Aichhorn schrieb am 24.03.2016 07:33
Der Verfassungsgerichtshof hat die Registrierkassenpflicht bestätigt, allerdings von den Umsätzen her nicht rückwirkend auf die Vorjahre. Somit ist die Registrierkassenpflicht ab 1. Jänner 2016 für den Unternehmer erst ab 1. Mai 2016 von Relevanz, denn im ersten Quartal wird festgestellt ob die Umsatzgrenzen überschritten werden und ist das der Fall, dann tritt die Pflicht vier Wochen später in Kraft. Sollte ein Unternehmer die Umsatzgrenze erst im zweiten oder dritten Quartal überschreiten, so auch hier vier Wochen später die Pflicht. Somit können sich viele kleine Unternehmer in ruhe auf die Kassa vorbereiten. Das sollten Sie in Ihrem Bericht auch erwähnen.
Werner Aichhorn schrieb am 24.03.2016 07:33
Der Verfassungsgerichtshof hat die Registrierkassenpflicht bestätigt, allerdings von den Umsätzen her nicht rückwirkend auf die Vorjahre. Somit ist die Registrierkassenpflicht ab 1. Jänner 2016 für den Unternehmer erst ab 1. Mai 2016 von Relevanz, denn im ersten Quartal wird festgestellt ob die Umsatzgrenzen überschritten werden und ist das der Fall, dann tritt die Pflicht vier Wochen später in Kraft. Sollte ein Unternehmer die Umsatzgrenze erst im zweiten oder dritten Quartal überschreiten, so auch hier vier Wochen später die Pflicht. Somit können sich viele kleine Unternehmer in ruhe auf die Kassa vorbereiten. Das sollten Sie in Ihrem Bericht auch erwähnen.
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